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Frei oder unfrei?


Ich habe mich auf meinem Lebensweg für die Freiheit entschieden. 

Wie jetzt - dafür kann man sich entscheiden? Wer bitte entscheidet sich denn dann freiwillig dafür, unfrei zu sein? Die meisten Menschen die ich kenne und die so in ihrem konventionellen Leben vor sich hin dümpeln, würden behaupten, dass sie freie Menschen sind. Ja das ist auch nicht komplett falsch. Es stimmt schon, dass wir sehr frei sind. Wir können unseren Job frei wählen, den Partner, dürfen eine eigene Meinung haben ( wobei ich da gerade angesichts der epidemischen Lage in unserem Land auch nicht mehr ganz so sicher bin, buuuut other story ) wir können Entscheidungen treffen und uns meistens sehr frei in unserem Land bewegen.

So oder so ähnlich habe ich das auch immer gesehen, ich war immer ganz zufrieden aber nie wirklich vollkommen glücklich. Auch mit einem festen Partner war rückblickend zwar immer alles tutti aber auch so, hm wie soll ich es sagen - angepasst? Ja das trifft es ganz gut glaube ich. Es war kein bewusster Gedanke da dem ich zuordnen konnte, woher diese latente Unzufriedenheit kommt. Mir wurde dann immer gesagt, man solle doch glücklich sein mit dem was man hat und nicht immer nach mehr streben.

Heute weiß ich, dass das kein Streben nach etwas besserem oder nach mehr war. Jedenfalls nicht materialistisch gedacht. Es war mehr der Kopf und meine Emotionen die sich anfühlten, als seien sie in eine viel zu enge Hose gestopft worden. Da muss man dann abspecken damit das wieder passt. Aber so oft ich das auch versucht habe, mein Kopf lässt sich nicht in ein "enges Korsett" schnüren.

Im Jahr 2012 entdeckte ich dann den Joyclub ( das ist eine online Plattform für erotische Kontakte) und meldete mich dort an. Es hat erstaunlicherweise gar nicht lange gedauert, dass mir so nach und nach sämtliche Lichter aufgegangen sind. Also, ich will damit überhaupt nicht sagen, dass ich der Meinung bin absolute Freiheit ist nur in exzessiver Promiskuität zu finden, das geht durchaus auch anders. Aber es gibt eine Sache die man - meiner Meinung nach - unbedingt wissen sollte bevor man abtaucht in diese großartige und bezaubernde Welt voller kink. Das hat man echt so gar nicht auf dem Radar - denn man will sich ja eigentlich nur in ein Sexabenteuer stürzen. Was ich meine ist, mit der Öffnung der eigenen Sexualität, geht meiner Meinung nach unweigerlich auch die Öffnung des Geistes einher. Denn man bewegt sich plötzlich in Räumen, in denen gesellschaftliche Konventionen keine Rolle mehr spielen und man trotzdem (haha nein! Gerade deswegen Leute!) emotionale Tiefen erreicht und Bande knüpft, die einem einfach die Socken hart ausziehen. Da gibt es keine Anstandsregeln. Keine Tabus. Da gilt nur der Mensch im Moment und im Konsens.

Wir erinnern uns also: man ist da unterwegs und wollte sich eigentlich nur sexuell ein bisschen austoben, also das macht man schon auch, das kommt definitiv nicht zu kurz. Ich zum Beispiel habe exzessiv Leute gedatet, allerlei Praktiken ausprobiert und Parties besucht, Kontakte geknüpft und mich mit der "Szene" vernetzt. Jaja das macht man alles. Aber was ich weiter oben bereits geschrieben habe, das wird kommen! So ganz nebenbei, so ganz ganz still und leise und schleichend bekommt man mit, nein man erfährt es wirklich selber, wieviel intensives Gefühl, wieviel Liebe und wieviel echte Nähe da passiert zwischen den Menschen und das ganz ohne einengende Regeln oder Bedingungen. Ja, man wird in diesem Moment, indem einen bewusst wird dass es da ein ganz anderes Wertesystem gibt, sehr ehrfürchtig. Weil es so von Anfang an sinnig ist. Bedingungslosigkeit hat für mich in dieser Zeit eine ganz neue Bedeutung erlangt.

Es ist nämlich überhaupt nicht so oberflächlich und nur "gerammel" unter Fetischisten. Das wird ja oft behauptet. Witzigerweise propagieren das ganz oft Menschen, die gar nicht wissen können welch emotionale Reise sie da tatsächlich erleben würden, weil sie schlicht und ergreifend nicht den Mut haben ihre eigene Unzufriedenheit mal abseits gepflasterter Pfade zu erkunden. Das wiederum liegt ( um den fehlenden Mut zu begründen), wenn ich mir das als Laie rausnehmen darf zu beurteilen, oftmals daran dass wir dahin sozialisiert werden gar nicht erst in dieser Richtung zu forschen wenn wir unzufrieden sind. Wenn wir unzufrieden sind versuchen wir stets im Außen die Ursache zu finden. Dabei kann das Zusammenspiel vieler Faktoren die schlicht in uns liegen, die Ursache dafür sein. Es gibt außerdem echt viele Menschen die, wenn sie begriffen haben dass das da eben nicht nur ein Sexabenteuer ist in dem man temporär abtauchen kann - die Beine in die Hand nehmen und sich wieder in ihr konventionelles Nest flüchten. Das rührt daher, dass man auf ganz viel Unverständnis und Widerstand stößt wenn man offen dazu steht, dem ganzen konventionellen Scheiß gegenüber abgeschworen zu haben. Das habe ich doch sehr deutlich am eigenen Leib erfahren und ich kann daher jeden verstehen der sagt, ja ist geil aber nein ich hab keinen Bock auf den Stress...

Am eigenen Leib musste ich es erfahren, weil ich zu jener gesellschaftlichen Gruppe gehöre, die sich sowas eigentlich überhaupt gar nicht erlauben dürfte. Bei denen ist es wirklich komplett Tabu. Ich gehöre zu den alleinerziehenden Müttern. Eigentlich müsste ich also ständig das Bedürfnis in mir verspüren mit meinem Kind zu kochen, zu basteln, zu spielen, Ausflüge zu machen und mich über selbiges zu identifizieren. Alles muss sich ums Kind drehen, der heilige Gral aller alleinerziehenden. Ich darf da als eigenständiger Mensch, oh Verzeihung als FRAU, solche Bedürfnisse die man bei den schlimmen kinky Leuten auslebt, gar nicht fühlen, geschweige denn auch nur einen Gedanken daran verschwenden. 

Jo, ich fühle es aber und -holy cow!- das nicht zu knapp. Und ich liebe es. Ich begehre es. Ich kann nicht mehr ohne das - Na, ohne das was in meinen Augen echte Freiheit bedeutet. Dass ich mich jetzt dazu berufen fühle diese intimen Dinge nach Außen zu tragen, mit Gesicht und Klarnamen, das liegt darin begründet dass ich z.b. auf meinen Instagram Account unfassbar viel positives Feedback von wildfremden Menschen bekomme. Menschen die beispielsweise meine Pinkelbilder so hart abfeiern aber sich im gleichen Moment vor mir eingestehen, dass sie wohl niemals in den Genuss kommen würden dies auszuleben. Und warum? Ist doch klar- "weil es sich ja nicht gehört"! Das ist unfassbar Leute. Es macht mich fassungslos und traurig dass wir noch immer in einer Zeit leben, in der man nicht einfach man selbst sein kann mit all seinen Bedürfnissen und ohne gleich einem shitstorm ausgesetzt zu sein wenn man sich gerne fernab der " Norm" bewegt. BTW, wer legt denn das eigentlich fest? Ey kein Spaß ihr süßen Schockopralinen, es macht mich wirklich Betroffen, dass es so viele Menschen da draußen gibt, die sich niemals vollumfänglich ihren Bedürfnissen zuwenden werden, weil sie sich nicht trauen.

Macht es mich denn jetzt zu einem nicht normalen oder schlechten Menschen, oder gar einer abgefreakten Muddi, weil ich mich beim Pinkeln fotografieren lasse, oder manchmal auf andere Leute drauf pinkel? Oder dass ich auf Männer in Frauenklamotten stehe? Bin ich etwa nicht trendy, obwohl die Locken in meinem Schoß, denen auf meinem Kopf echt Konkurrenz machen könnten? Ach das Ding mit dem Flittchen sein haftet mir auch an, da ich ja leicht zu haben bin weil ich mehrere Boy's am Start habe - UOPS- manchmal hab ich die sogar zeitgleich am Start! Und verdammt nochmal, manche von den Jungs sind BI ...und ich geh richtig hart steil drauf! Stellt euch das mal vor, Sodom und Gomorra! Beziehungsunfähig scheine ich außerdem auch zu sein, weil ich nicht daran glaube, dass ein Mensch alleine dafür zuständig sein soll alle Bedürfnisse seines Partners zu befriedigen. Ich glaube nämlich dass wir da alle erstmal für uns selbst zuständig sind. Und allen voran dass wir im partnerschaftlichen Kontext in der Lage sind, mehrere Menschen lieb zu haben haben, die dann aber wiederum in Symbiose mit einem festen Partner ( an den ich in seiner Funktion in Exklusivität durchaus glaube ;-)) - sofern vorhanden - Bedürfnisse erkennen und befriedigen können, völlig losgelöst von irgendwelchen Erwartungen. 

Was ich hier so schreibe liest sich vermutlich ganz entspannt und gedanklich werden da viele bei mir sein. Das weiß ich, weil sich mir wirklich viele Menschen anvertrauen. Sie offenbaren sich regelrecht. Es jedoch auch zu fühlen, ganz tief in einem drin, das braucht den mutigen Schritt es zu TUN. Es nützt da kein Ratgeber, kein Blog und nicht noch ein Erfahrungsbericht. Man muss wirklich selbst ausschwirren und den Gedanken daran was andere denken könnten hinter sich lassen. Es ballert so hart rein wenn man einfach sagen kann "juckt mich nicht was andere denken, ich will frei sein". Dann ist die kunterbunte Zauberwelt nämlich mit einem Fingerschnipp nicht mehr nur Fantasie, sondern die eigene Realität. Ja das kann am Anfang, da viel Gegegnwind aufkommen wird, sehr unangenehm sein. Man wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch Menschen um sich herum verlieren oder zeitweise sehr einsam sein. Aber hat man das überwunden, kann richtig fetzig gelebt werden Freunde. Im hier und jetzt. Im Exzess. In Liebe. In ausschweifender Mehrsamkeit. Ich meine, das ist doch der Sinn von allem, warum wir hier sind, oder nicht? 


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